Winterreifen: Profiltiefe messen und Reifenalter richtig einschätzen

    Stand: August 2026 · Redaktion fuehrerscheinkostenrechner.de

    Zwei Werte entscheiden darüber, ob ein Winterreifen noch taugt: das Restprofil und das Alter. Beide lassen sich in wenigen Minuten selbst prüfen – und beide werden regelmäßig unterschätzt, weil ein Reifen auch mit 2 mm Profil noch völlig intakt aussieht.

    1,6 mm ist Gesetz – 4 mm ist die Empfehlung

    § 36 StVZO verlangt über die gesamte Breite der Lauffläche mindestens 1,6 mm Profil. Dieser Wert ist die Grenze zur Ordnungswidrigkeit, nicht die Grenze zum sicheren Reifen. Winterreifen leben davon, Wasser, Schneematsch und Schnee aus der Aufstandsfläche zu verdrängen; dafür brauchen die Rillen Volumen. Unterhalb von 4 mm sinkt die Verdrängungsleistung spürbar, auf Schnee und bei Aquaplaning zuerst.

    Unter 1,6 mm wird es teuer

    Zu geringe Profiltiefe kostet 60 Euro und einen Punkt. Bei einem Unfall kann zusätzlich eine Mithaftung entstehen – unabhängig davon, wer die Vorfahrt hatte.

    So messen Sie richtig

    • Profiltiefenmesser: in den Hauptrillen ansetzen, je Reifen an drei Stellen außen, mittig und innen messen.
    • 1-Euro-Münze: Der goldene Rand ist 3 mm breit. Ist er in der Rille noch vollständig verdeckt, liegt das Profil über 3 mm.
    • TWI-Marken: kleine Stege am Rillenboden, die die gesetzliche Grenze von 1,6 mm markieren. Liegt die Lauffläche auf ihrer Höhe, ist der Reifen verschlissen.

    Ungleichmäßiger Verschleiß ist ein Befund für sich: Abnutzung nur außen oder innen deutet auf falsche Spur oder Sturz hin, ein Streifen in der Mitte auf dauerhaft zu hohen Luftdruck. In beiden Fällen lohnt der Werkstattbesuch mehr als der Reifenkauf.

    Die DOT-Nummer: Alter in vier Ziffern

    Auf jeder Reifenflanke steht eine DOT-Kennung. Die letzten vier Ziffern in einem umrandeten Feld geben Produktionswoche und Jahr an: „0325“ steht für die dritte Kalenderwoche 2025. Ein Reifen mit einer DOT-Nummer von vor mehr als drei Jahren ist kein Neureifen mehr im engeren Sinne, auch wenn er nie gefahren wurde.

    Praktische Orientierung: Ab etwa sechs Jahren verhärtet die Mischung messbar, ab rund zehn Jahren sollte ein Reifen unabhängig vom Restprofil ausgetauscht werden. Risse an Flanke oder Rillengrund sind ein sofortiges Ausschlusskriterium.

    Wie lange hält ein Satz Winterreifen?

    Bei durchschnittlicher Nutzung reichen Winterreifen für vier bis sechs Saisons. Wer viel Autobahn fährt oder häufig sportlich beschleunigt, verbraucht das Profil schneller. Es zählt immer das Erste von drei Kriterien: Restprofil unter 4 mm, sichtbare Alterung oder Alter um zehn Jahre.

    Wenn ein Wechsel ansteht: Preise für Ihre Größe stehen im Kostenüberblick und im Winterreifen-Vergleich.

    Nasshaftung als zweites Kriterium

    Neben Profil und Alter zeigt das EU-Label, wie gut ein Reifen auf nasser Straße bremst. Zwischen zwei Nasshaftungsklassen liegen je nach Messung mehrere Meter Bremsweg aus 80 km/h. Wie die Klassen zu lesen sind, erklärt der Ratgeber zum EU-Reifenlabel.

    Häufige Fragen

    Wie viel Profil müssen Winterreifen haben?

    Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 mm Restprofil (§ 36 StVZO). Fachlich empfohlen werden bei Winterreifen mindestens 4 mm, weil Schnee- und Nassgriff darunter deutlich abnehmen.

    Wie messe ich die Profiltiefe?

    Mit einem Profiltiefenmesser in den Hauptrillen, an mehreren Stellen und über die Reifenbreite verteilt. Als Notbehelf dient eine 1-Euro-Münze: Verschwindet der goldene Rand (3 mm) nicht mehr vollständig, ist das Profil unter 3 mm.

    Wie alt dürfen Winterreifen sein?

    Ein festes Höchstalter gibt es für Pkw-Reifen nicht. Ab etwa sechs Jahren nimmt die Elastizität der Mischung messbar ab, nach rund zehn Jahren sollten Reifen unabhängig vom Profil ersetzt werden.

    Wo steht das Reifenalter?

    In der DOT-Nummer auf der Flanke: Die letzten vier Ziffern geben Produktionswoche und -jahr an. „0325“ bedeutet dritte Kalenderwoche 2025.

    Wie lange halten Winterreifen?

    Je nach Fahrweise und Laufleistung typischerweise vier bis sechs Winter. Ausschlaggebend ist, was zuerst eintritt: Restprofil unter 4 mm, sichtbare Alterung oder ein Alter von rund zehn Jahren.

    Muss ich alle vier Reifen gleichzeitig tauschen?

    Empfehlenswert ist ein kompletter Satz. Mindestens müssen die Reifen einer Achse identisch sein; die besseren Reifen gehören auf die Hinterachse, um Übersteuern zu vermeiden.

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    Quellen

    Dieser Text gibt den Stand unserer Recherche wieder und ist keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheidet die zuständige Behörde oder das Gericht.