Ab wann Winterreifen aufziehen? Zeitpunkt, O-bis-O-Regel und 7-Grad-Faustformel

    Stand: August 2026 · Redaktion fuehrerscheinkostenrechner.de

    Rechtlich gibt es keinen Termin für den Reifenwechsel – nur die Pflicht, bei winterlichen Straßenverhältnissen geeignete Reifen montiert zu haben. Praktisch heißt das: früh genug wechseln, bevor der erste Schnee kommt und die Werkstätten voll sind.

    Die O-bis-O-Regel – nützlich, aber kein Gesetz

    „Von O bis O“ steht für Oktober bis Ostern. Die Regel ist beliebt, weil sie leicht zu merken ist und in den meisten Regionen Deutschlands grob passt. Verbindlich ist sie nicht: Ostern wandert im Kalender um mehrere Wochen, und ein Kälteeinbruch hält sich nicht an Feiertage. Maßgeblich bleibt die situative Winterreifenpflicht.

    Die 7-Grad-Faustformel

    Unterhalb von etwa 7 °C verliert die härtere Sommermischung an Elastizität, während die Wintermischung geschmeidig bleibt und mehr Grip aufbaut. Die Zahl ist kein Grenzwert, sondern ein Erfahrungswert – der Übergang verläuft fließend und hängt von Reifenmodell und Fahrbahnzustand ab. Für die Praxis reicht: Wenn die morgendlichen Temperaturen dauerhaft einstellig sind, ist Wechselzeit.

    Termin früh legen

    Im Oktober sind Werkstatttermine noch verfügbar, nach dem ersten Schneefall oft wochenlang nicht. Wer selbst wechselt, prüft vorher Drehmomentschlüssel, Wagenheber und Reifendruck.

    Wann zurück auf Sommerreifen?

    Sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind – im Flachland meist ab Ende März, in höheren Lagen später. Wer zu lange auf Winterreifen fährt, zahlt doppelt: höherer Verschleiß bei Wärme und ein längerer Bremsweg auf trockener, warmer Straße.

    Richtig einlagern

    • Vor dem Einlagern reinigen und Laufrichtung sowie Position markieren (z. B. VL, HR).
    • Kühl, trocken und dunkel lagern; direkte Sonne und Ozonquellen meiden.
    • Kompletträder liegend stapeln oder hängen, einzelne Reifen stehend und monatlich drehen.
    • Beim Einlagern Profiltiefe und DOT-Nummer notieren – so ist im Herbst klar, ob der Satz noch eine Saison hält.

    Wie man Profil und Alter beurteilt, steht im Ratgeber zu Profiltiefe und Reifenalter.

    Erste Fahrten im Winter

    Neue Winterreifen brauchen einige hundert Kilometer, bis sie ihre volle Haftung entwickeln. Danach gilt trotzdem: doppelter Abstand, sanftes Gasgeben und vorausschauendes Bremsen. Fahrtechnisch hilft der Ratgeber zum Winterfahren.

    Häufige Fragen

    Ab wann sollte man Winterreifen aufziehen?

    Als Faustformel gilt „von O bis O“ – von Oktober bis Ostern. Fachlich entscheidend ist die Temperatur: Unterhalb von etwa 7 °C arbeitet die weichere Wintermischung besser als ein Sommerreifen.

    Ist die O-bis-O-Regel gesetzlich vorgeschrieben?

    Nein. Sie ist eine Eselsbrücke ohne rechtliche Bindung. Verbindlich ist allein die situative Winterreifenpflicht nach § 2 Abs. 3a StVO, die an winterliche Straßenverhältnisse anknüpft.

    Wann sollte man zurück auf Sommerreifen wechseln?

    Wenn dauerhaft keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, in der Praxis meist ab Ende März bis Mitte April. In Höhenlagen und Mittelgebirgen lohnt es sich, zwei bis drei Wochen länger zu warten.

    Darf man mit Winterreifen im Sommer fahren?

    Erlaubt ist es, sinnvoll nicht: Die weiche Mischung verschleißt schneller, der Bremsweg auf warmem, trockenem Asphalt verlängert sich und der Verbrauch steigt leicht.

    Wie lange dauert der Reifenwechsel?

    Ein Radwechsel auf vorhandenen Kompletträdern dauert in der Werkstatt rund 30 Minuten. Müssen Reifen von den Felgen montiert und gewuchtet werden, ist mit etwa einer Stunde zu rechnen.

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